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Test Wave Segel 2011

 

Alle Infos aus dem Windsurfing Journal Test: http://www.windsurfing-test.de

 

Naish Force 5.3 (2011)Naish_Force_Kopie_4d91e255d0ed0_medium

 

Über ein Segel, mit dem Robby Naish höchstpersönlich die Wellen wie kein Zweiter abreitet, etwas Negatives zu schreiben, betrachtet so mancher wahrscheinlich als Majestätsbeleidigung. Aber keine Sorge: Wir haben keinen Grund für Kritik. Das Segel kann genau das, was der Hersteller verspricht. Es hat viel Dampf, kommt somit schnell ins Gleiten und beschleunigt den Piloten auf einen guten Topspeed. Dank des geringen Eigengewichts liegt es tatsächlich sehr leicht in der Hand. Dabei wird der Grunddruck auf beide Arme gleichstark weitergegeben, überpowert geht der Druckpunkt dann etwas weiter nach hinten, sodass der hintere Arm etwas spürbar arbeiten muss. Vielen gefällt dieses direkte Feedback. Auf der Welle ist man immer mit viel Power unterwegs, richtig auf „OFF“ ist das Force nur mit sehr guter Technik zu schalten, wenn man sich weit nach vorn lehnt und das Segel flach aufs Wasser legt. Das Force ist auch in Kabbelwasser angenehm zu fahren, da es harte Schläge vom Chop schluckt und nicht an den Fahrer weitergibt. Von daher ist es auch ein guter Begleiter auf Flachwasser zum Starkwindfreeriding mit einem schnellen Waveboard.

 




























Naish Session 5.3 (2011)Naish_Session_Kopie_4d91e27b3c74d_medium

 

Erstaunlicherweise finden wir die Herstellerangabe, dass das Session eher für leichte Fahrer ist, fast schon diskriminierend. Denn uns hat das Segel auch sehr gut gefallen! Es hat eine spürbar kürzere Gabel als das Force, geht aber nicht sehr viel später los und beschleunigt gutmütig auf einen guten Topspeed. Es fühlt sich deutlich weicher an als das Force, was wir als sehr angenehm empfunden haben. Das ist sicherlich auch der Vorliekbahn aus Dacron geschuldet, die es dem Segel ermöglicht, „atmend“ auf Wind- und Anstellveränderungen zu reagieren. Das Session ist insbesondere beim Wellenabreiten ein toller Begleiter. Es stellt sich spielend neutral und entwickelt wieder angestellt genau die richtige Dosis Power. Es ist auf einer Einstellung über einen sehr breiten Windbereich zu fahren, lästiges Nachtrimmen kann man sich mit ihm schenken. Die kurze Gabel und das geringe Eigengewicht sorgen für exzellentes Handling, sodass auch leichte Fahrer und Damen sehr viel Spaß mit ihm haben werden. Alles in allem ein tolles Wavesegel mit breitem Einsatz- und Windbereich für alle Windsurfer.

 

























Neilpryde The Fly2 5.1 (2011)NeilPryde_TheFly2_Kopie_4d949b22bca4e_medium

Als wir im letzten Jahr das The Fly in 5.4 getestet haben und es schlecht fanden, hat man uns vorgeworfen, eine Randgröße getestet zu haben, die ja nicht so richtig gut funktionieren würde. Wieso man dann so ein Segel überhaupt auf den Markt bringt, erschließt sich uns nicht. Nun haben wir das Segel in einer Nummer kleiner getestet und finden es nach wie vor wenig überzeugend. Ähnlich wie beim North Sails Ego muss man festhalten, dass wir einfach zu schwer für das Segel sind. Ab 60 Kilo abwärts sieht das bestimmt anders aus. Mit einem höheren Gewicht fällt es dem Rigg schwer, die Power auf das Board zu bringen. Das The Fly geht recht spät los, ist dafür aber schnell wieder überpowert. Kein anderes Segel hat einen so kleinen Windeinsatzbereich. Ist man dann erst einmal auf einer Welle und schafft es, sie nicht unter sich durchrutschen zu lassen, ist das Handling sensationell, auch bedingt durch das geringe Gewicht dank spartanischer Verstärkungen und dünnem Film.




























North Sails Ego 4.5 (2011)NorthSails_Ego_Kopie_4d91e356d2c96_medium

Wir schicken es gleich vorweg: Das Ego sind die „falschen“ Tester gefahren. Alle über 90 Kilo schwer und über 188 Zentimeter groß. Wie in der Einleitung beschrieben ist das Ego aber eher für leichtere Fahrer gedacht und so kamen wir mit den anderen Segeln aus der Testgruppe besser zurecht. Wobei man sagen muss, dass es uns schon spürbar besser gefallen hat als noch im Vorjahr. Wahrscheinlich auch deshalb, weil wir es in einer kleineren Größe gefahren sind. Die besondere Stärke des Ego ist sicherlich das Handling und das weit ausgestellte Unterliek. Dadurch kann man bei den vertweaktesten Slidemoves unter dem Segel durchrutschen, ohne dass man sich an ihm stört. Auf der Welle machte es eine wirklich gute Figur, insbesondere mit Twinsern oder Quads lädt es zu engen Turns und schnellen Richtungswechseln ein. Hinsichtlich der Geschwindigkeit, der Beschleunigung und des Angleitens hat das Ice immer die Nase vorn, das Ego ist dafür in Manövern vom Handling her besser. Man steht mit ihm aufrecht auf dem Board und sucht permanent eine weitere Welle, um sich in den nächsten Botton Turn zu schmeißen.

 























North Sails Ice HD 4.5 (2011)NorthSails_Ice_Kopie_4d91e34774735_medium

Das Ice war und ist eines der besten Wavesegel auf dem Markt, da gibt es keine zwei Meinungen. Hinsichtlich der Windrange setzt es, wie auch das Duke in der Crossoverkategorie, den oberen Maßstab. Auf nur einer Einstellung fährt es unten raus sehr früh los und bleibt bis in den obersten Windbereich hinein ausbalanciert, druckpunktstabil und leicht kontrollierbar. Es beschleunigt schnell, sodass man auch zwischen engen Wellensets genügend Geschwindigkeit bekommt, um sich in den dritten Stock zu schießen. Es zeigt bei keinem Merkmal irgendeine Schwäche. Vielleicht wird es leichtere Fahrer etwas stören, dass es im Botton Turn nie ganz auszuschalten ist, uns hat es eher geholfen, mit viel Speed wieder auf die Welle zu treffen. Es ist der robusten und qualitativ hochwertigsten Verarbeitung geschuldet, dass es nicht so federleicht wie manch anderer Testkandidat ist und deshalb womöglich nicht wie ein Stück Pergamentpapier in der Hand liegt. Dafür hält es aber auch deutlich länger und man muss sich keine Sorgen machen, wenn man nach einem Waschgang wieder auftaucht. Durch das X-Ply im Segelfenster ist die Durchsicht eingetrübt. Wen das stört, der kann auf die normale Version mit Monofilm zurück greifen.